Brünigschwinget

Innerschweizer dominieren auf dem Brünig

Es war eine garstige Angelegenheit, das prestigeträchtige Kräftemessen zwischen den Bernern und den Innerschweizern mit Gästen aus der Südwestschweiz auf dem Brünig. Es regnete den ganzen Tag. Von allem Anfang an hatten die Innerschweizer das Geschehen in den vier Sägemehlringen fest im Griff. Sie liessen den Bernern keinen Spielraum, und es mussten schon ab dem vierten Gang Innerschweizer Paarungen gemacht werden. Die Berner konnten nie in die Entscheidung um den Tagessieg eingreifen.

Pirmin Reichmuth gewann schliesslich verdient

Im Schlussgang standen sich mit Pirmin Reichmuth aus Cham und Joel Wicki aus Sörenberg die beiden besten Schwinger des Tages gegenüber. Es war ein animierter Schlussgang mit Angriffen von beiden Seiten. Schliesslich trennten sich die beiden Innerschweizer nach zwölf Minuten resultatlos, was für Pirmin Reichmuth den Sieg bedeutete. Er konnte also bereits bei seiner ersten Teilnahme auf dem Brünig den Platz als Sieger verlassen. «Ich bin natürlich überglücklich, dass ich gleich beim ersten Anlauf hier gewinnen konnte», sagte Pirmin Reichmuth nach dem Schlussgang. Es war sein vierter Kranzfestsieg in dieser Saison. Sein Schlussganggegner Joel Wicki musste in der Endausmarchung wie schon letztes Jahr stellen. Ihm blieb verdient der alleinige zweite Rang. Die beiden Finalisten hatten beide ein strenges Programm zu absolvieren. Reichmuth hatte am Schluss drei Eidgenossen auf seinem Notenblatt, Wicki gar vier. Sie zeigten beide, dass sie zurecht für das Eidgenössische in Zug als Topfavoriten gehandelt werden.

Matthias Aeschbacher bester Berner

Mit dem Emmentaler Matthias Aeschbacher klassierte sich der beste Berner im dritten Rang. Er verlor zwar seine Startpartie gegen Benji von Ah, reihte dann aber Sieg an Sieg und holte sich dabei vier Maximalnoten. Die Berner konnten in der zweiten Wettkampfhälfte generell Boden gut machen. Erstmals nach seinem schweren Unfall an einem Bergfest wieder dabei war der amtierende Schwingerkönig Matthias Glarner. Er blieb aber deutlich hinter den Kranzrängen.

19 Kränze wurden abgegeben

Für den Kranz brauchte es 56.25 Punkte. Insgesamt wurden 19 Kränze abgegeben, wovon sich die Innerschweizer elf und die Berner acht erkämpften. Die Gäste aus der Südwestschweiz gingen leer aus.

Guido Bucher, ISV-Medienchef

Innerschweizer Schwing- und Älplerfest Flüelen

Mit Nick Alpiger gewinnt ein Gast das Innerschweizerische

Den Innerschweizern gelang es nicht, den Sieg an ihrem, vom Schwingklub Flüelen und vielen treuen Urner Helfern hervorragend organisierten Fest in den eigenen Reihen zu behalten. Der Aargauer Nick Alpiger wuchs über sich hinaus und holte den Festsieg verdientermassen in die Nordwestschweiz. Im Schlussgang bezwang er den Schwyzer Christian Schuler, mit dem er noch im vierten Gang stellen musste, schon nach 22 Sekunden mit einem Lätz. Der 22-jährige Maurer aus Staufen hatte am Schluss fünf Eidgenossen auf seinem Notenblatt und holte in Flüelen seinen dritten Kranzfestsieg in dieser Saison. Der favorisierte Nordostschweizer Gast Armon Orlik verlor zwar auch in Uri keinen Gang, musste aber am Schluss wegen fehlender Maximalnoten bei seinen fünf Siegen mit dem dritten Schlussrang vorlieb nehmen. 

Joel Wicki auf dem Ehrenplatz

Dem Sörenberger Joel Wicki fehlte nicht zum ersten Mal in dieser Saison ein Viertelpunkt für den Einzug in den Schlussgang. Er sicherte sich aber mit der Maximalnote im sechsten Gang gegen Michael Gwerder den Ehrenplatz. Nach fünf Gängen punktgleich mit den Schlussgangteilnehmern war der Luzerner Sven Schurtenberger, der aber den Co-Sieg mit dem Remis gegen Benj von Ah vergab. Der Giswiler seinerseits vermochte seine ausgezeichnete Ausgangslage nicht auszunützen. Nach vier Gängen stand er noch als einziger Schwinger mit einer reinen Weste da. Im Ausstich vergab er aber mit der Niederlage gegen Nick Alpiger und besagtem Unentschieden eine Spitzenplatzierung. 

31 Kränze wurden abgegeben

Den Löwenanteil an Kränzen holten sich mit 12 Exemplaren die Luzerner, gefolgt von den Ob- und Nidwaldnern mit fünf, den Schwyzern mit vier und den Zugern und Urnern mit je drei Kränzen. Zudem ging je ein Schwinger der anderen vier Teilverbände kranzgeschmückt nach Hause. Lukas Bernhard, Engelberg, Sven Lang, Emmenbrücke und Michael Briker, Sisikon gewannen ihren ersten Verbandskranz.

Die Schwinger vom Ob- und Nidwaldner Schwingerverband konnten fünf Kränze gewinnen:

Marcel Mathis, Stefan Ettlin, Lukas Bernhard, Benji von Ah, Ivan Rohrer

Ranglisten und Statistiken

Innerschweizer Nachwuchsschwingertag 2019

Bei herrlichstem Sommerwetter konnte der 18. Innerschweizer Nachwuchsschwingertag beim Schulhaus Mattli im obwaldnerischen Sachseln durchgeführt werden. Eine tadellose Organisation und beste Schwingerkost von den 159 angetretenen Nachwuchsschwingern prägten den in allen Teilen gelungenen Anlass. 

Die Kategoriensieger Severin Steiner, Roman Wandeler, Renato Barmettler und Philipp Rohrer

Schlussgänge:

Jahrgang 2004: Philipp Rohrer, Melchtal gewinnt in der sechsten Minute gegen David Solenthaler aus Wilen bei Wollerau mit Hüfter und anschliessendem Vervollständigen am Boden.

Jahrgang 2003: Renato Barmettler aus Ennetmoos gewinnt in der dritten Minute mit Kurz gegen Leo Riebli aus Schüpfheim.   

Jahrgang 2002: Das reine Luzerner Duell zwischen Roman Wandeler aus Buttisholz und dem Schüpfheimer Urs Riebli endet nach zehn Minuten unentschieden. Den Sieg erbt mit Reto Kaufmann aus Wilihof ebenfalls ein Luzerner.

Jahrgang 2001: Der gestellte Schlussgang zwischen Severin Steiner aus Ibach und Sven Wyss aus Römerswil  reicht dem Schwyzer zum Kategoriensieg. Severin Steiner gewinnt zum vierten Mal hintereinander an einem Innerschweizer Nachwuchsschwingertag in seiner Kategorie.

Bilder von René Burch

Ranglisten und Statistiken